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Portugal Tagebuch

Prior Velho

Das Geräusch eines vorbeifliegenden Flugzeugs weckt mich wieder auf. Wir sind scheinbar deutlich näher am Flughafen, als ich ursprünglich vermutet habe. Ich habe völlig übersehen, dass das Fenster einen Spalt offen ist. Durch die verdreckten Scheiben sieht man eine Hand voll Bäume, denen nur wenig Platz gelassen wurde, um sich durch den gepflasterten Boden zu räkeln und den Autos auf dem Parkplatz Schatten zu spenden. Als ich das Rollo entdecke freue ich mich ein bisschen. Zuhause hatte ich das Rollo so gut wie nie oben, hier wird es vermutlich ähnlich ablaufen. Da ich im Erdgeschoss bin, habe ich zudem ein Schiebegitter am Fenster. Es wirkt jedoch eher so, als sollte mich das Gitter drinnen halten, statt Fremde draußen.

Unter dem Fenster steht ein wackeliger kleiner Schreibtisch. Weiß lackierte Presspappe mit 4 Beinen. Wer immer den Schreibtisch hier aufgestellt hat, wusste auch nicht, dass man die Beine justieren kann, um dem Kippeln entgegenzuwirken. Laptop aufgestellt, wie schaut es hier mit Internet aus.

Der Router steht einsam in einer Ecke im Flur und blinkt fleissig vor sich hin. Ein Blick auf die Unterseite verrät mir die Zugansdaten. Fix im Handy eingegeben:
– Verbindung wird hergestellt…
– IP-Adresse wird abgerufen…
– Verbunden (kein Internet!)

Ein guter Start. Direkt vom Router gefriendzoned. Aber wir kennen das Spiel, Hardware wird in Portugal das gleiche sein wie in Deutschland. Verkabelung geprüft, alle Stecker einmal gezogen und neu verbunden, das Gerät mal 5 Minuten vom Strom genommen…. aber nichts da. In Gedanken rechne ich mein verbrauchtes Datenvolumen mit den restlichen Tagen diesen Monat hoch und stelle mich schonmal seelisch und moralisch darauf ein, dass ich nur noch bis Dienstag Internet habe.

Naja, dann schauen wir uns erstmal den Rest der Wohnung genauer an. Im Wohnzimmer gibt es nicht viel zu sehen. Ein kleiner Tisch mit einem 32 Zoll Flatscreen, ein kleines Sofa samt IKEA Couchtisch. Und neben dem Kamin – weiß der Teufel wozu man bei den Temperaturen hier sowas braucht – ein kleiner Tisch mit 3 Stühlen. Die Badezimmer – 2 Bäder für 3 Personen ist ja schon fast Luxus – sind nicht groß, aber groß genug. Eins ist mit Dusche, eins mit Badewanne und beide mit Toilette und Waschbecken ausgestattet.
Die Küche ist modern mit Induktionskochfeld, separatem Ofen in Arbeitshöhe, und sehr viel Stauraum. Die Hälfte der Schränke ist leer. Die Schubfächer und Schrankabteile, in denen etwas steht, sind nichtmal annähernd halb gefüllt. Es wirkt nicht, als würde hier tatsächlich jemand „leben“.

Ich brauche einen Kaffe, und was zu essen. Ich habe seit dem Abendbrot bei meinem Cousin nichts mehr gegessen. Also erstmal raus auf die Straße und nen Café oder Imbiss gesucht. Es ist warm. Und es ist hell. Die Straße entlang sehe ich viele große Wohnkomplexe. Alle in Gelb, hellem Orange und Weiß gestrichen. Durch die Häuserschluchten pfeift der Wind. Die Hitze ist so sogar ganz gut auszuhalten. im direkten Umkreis stehen vorwiegend neubauten. keines der Häuser scheint älter als 5 Jahre zu sein. Ein Stück weiter die Straße runter jedoch sehe ich auch ein paar ältere Finkas, die mich schon eher an die Häuser erinnern, die man von Bildern aus dem Süden Europas kennt. Allgemein scheint hier in Prior Velho die Modernisierung ganz oben auf der Agenda zu stehen. Einige Häuser werden aktuell renoviert. Teilweise wird neu gebaut, doch dazuwischen stehen immer wieder heruntergekommene alte Gebäude, die teilweise mehr Bretterbude als Haus zu sein scheinen. Doch keine Zeit für Sight-Seeing, der Magen knurrt.

Ein Café ist leider nicht auszumachen, jedoch finde ich einen kleinen Supermercado – Minipreço. Erinnert ein bisschen an einen kleinen Nahkauf auf dem Dorf. Erstmal das wichtigste: Was zu trinken und was zu essen.
Die Brotauswahl ist hier eher bescheiden, auch Käse und Wurst gibt es kaum auswahl in dem kleinen Laden. Dafür ist das Angebot an Süßwaren und Knabberkram über jeden Zweifel erhaben. Kaffe – der Lösliche muss es erstmal tun – Zucker und Milch… Leite heisst Milch auf portugiesisch, aber welche ist nun welche? Ich bin es aus Deutschland gewohnt, dass da eine Zahl vorne drauf steht. 1,5% oder 3,5% – aber nichts dergleichen. Hier gibt es Leite Meio Gordo, und Leite Gordo – und noch gefühlt 12 andere Sorten. Ich entscheide mich spontan für Meio Gordo – was am Ende auf 1,5% Fettgehalt bedeutete. Gordo bedeutet also Fett. Meio Gordo wohl „ein bisschen Fett“. Wieder was gelernt.

Neben Kaffee kaufe ich noch Brot, Mortadella (die irgendwie eine ganz andere Farbe hat als in Deutschland), Käse, Bohnen, Zwiebeln und einen Brie. Damit sollte ich erstmal klarkommen. Außerdem einen 6L Kanister mit Wasser – das Leitungswasser hier ist extrem mit Chlor versetzt. Es riecht wie im Schwimmbad, wenn man den Hahn aufdreht. Einkaufen funktioniert, ich hoffe an dieser Stelle nur, dass es in der nähe auch größere Supermärkte gibt, die eine etwas bessere Auswahl haben. Auf dem Rückweg komme ich an einem noch kleineren Supermarkt vorbei. Der ist näher an meiner Wohnung, hat aber eher Kiosk-Charakter, scheint aber teilweise sogar billiger zu sein.

Wieder „zuhause“ – so fühlte es sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht an – koche ich erstmal einen Kaffee und esse ein Brot. Die Wohnung ist immernoch ruhig. Die anderen Bewohner sind noch nicht wieder da. Ein bischen neugierig bin ich ja schon, mit wem ich nun zusammenwohne. Eines der anderen Zimmer ist abgeschlossen. Das hatte die Dame vom Welcome-Team bereits festgestellt. Das Andere Zimmer stand einen spalt offen. Also einen Blick rein riskieren. Durch den Spalt sah man das zerwühlte Bett. Auf dem Schreibtisch ein Bild, dass ich aber nicht erkennen konnte. Auf der Kommode direkt neben der Tür lagen Schminksachen. Also eine Frau. Mehr kann ich durch den Spalt nicht erkennen. Zudem fühle ich mich ein bisschen Creepy, wenn ich jetzt noch weiter durch den Türschlitz spanne.

Also doch noch ein wenig das Viertel auskundschaften. Ich gehe durch die umliegenden Straßen, hier gibt es in den Häusern überall kleine Geschäfte. Ich sehe einen Frisör, ein Tierbedarfsgeschäft, eine kleine Bäckerei und verschiedene andere kleine Läden, bei denen aber nicht eindeutig ist, was diese machen, und ob diese überhaupt geöffnet haben. Nach ca. 5 Minuten sehe ich am Horizont das erste mal das Wasser. Der Tejo, der Fluss der vom Inland hier bei Lissabon in eine Art großen See fließt, der dann ins Meer mündet. Wäre hier nicht die Autobahn, diese vielen Hochhäuser und Werbereklamen, wäre das fast schon ein schönes Panorama. „Ich bin müde und Kaputt, das muss für den ersten Tag reichen.“ denke ich mir, und mach mich auf den Weg zurück. Die Würstchen – die ohne Haut, aber sehr würzig daherkommen – angebraten, die Bohnen und Zwiebeln dazu. Kein 5-Sterne Gericht, aber Narhhaft. Während ich esse höre ich einen Schlüssel am Schloss kratzen.

Ich sitze gerade an meinem Laptop und schaue einen Film beim essen, da huscht eine junge Frau an meiner offenen Zimmertür vorbei, tief in ihr Telefonat vertieft zuckt Sie bei meinem „Hello“ sichtlich zusammen, winkt kurz und verschwindet in Ihrem Zimmer. Später treffe ich Sie in der Küche. Nach einer kurzen Vorstellung halten wir einen Plausch in der Küche.
Sie ist schlank,etwa 1.75cm groß. hat blonde kurzgeschnittene und macht einen sehr quirligen Eindruck. Sie ist Dänin, 18 Jahre alt, und hat gerade ihren Highschool Abschluss gemacht. Seit 3 Wochen ist Sie in Portugal, das erste mal fort vom wohlbehütetem Zuhause. Bisher hat Sie sich hier recht alleine gefühlt, da die andere Mitbewohnerin – scheinbar eine Deutsche – fast nur Nachts arbeitet und nur selten zuhause ist – und dann meist schläft.

Es ist Zeit fürs Bett, die Müdigkeit ist so stark, dass ich trotz kreisender Gedanken binnen Minuten einschlafe.

Das Viertel Prior Velho liegt sehr dicht am Flughafen. Man hört hier eigentlich alle 10 Minuten einen Flugzeugstart. Wenn man durch das Küchenfenster hinausschaut muss man nicht weit nach oben schauen, um die startenden Flieger im Steigflug zu sehen. Die Häuser hier sind alle nicht alt, das Wohngebiet ist wohl noch nicht lange ein Solches. Es stehen nur vereinzelt ältere Häuser. Meine quirlige Mitbewohnerin meinte, Sie sei aktuell mehr in der Stadt unterwegs, da auch das Internet aktuell seit ca. 5 Tagen nicht funktioniere. Ich werde morgen wohl auch erstmal die Stadt erkunden…

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Touchdown in Lisboa

„Heya Mama ma Heeheeheeeaaaaaaaa“…. Wir sind über dem kleinen Stück Land, das Spanien und Frankreich verbindet, als Dario G mit Sunchyme durch meine Kopfhöhrer erklingt. Ich finde es immernoch faszinierend, wie eine Konstruktion aus nem Magneten und nem Stück Stoff Töne so differenziert verschiedenste Instrumente und Gesang erzeugen kann.

Um in Lissabon zu Landen, müssen wir einmal um die Stadt herum fliegen. Das gab einen tollen Blick auf die Brücke, die ein bisschen an San Francisco erinnert. Wir waren nun gut 2 1/2 Stunden in der Luft, ich freue mich bereits darauf, meine Beine wieder bewegen zu können. Also raus aus dem Flieger, Gepäck geholt und weiter… „Oh, wo ist meine Gitarre?“.

Schade dass man nicht bei Aufgabe des Gepäcks informiert wird, dass Instrumente, Sportutensilien und andere Gepäckstücke, die besonders behandelt, oder besonders sperrig sind, nicht über das normale Gepäckband wieder ausgegeben werden. Nach ca. 20 Minuten Panik, 3 maligem Rotieren um die Gepäckausgabe-Bänder und mehrfachem Klopfen am leider nicht besetztem „Lost and Found“ der Airline wurde ich von einem sehr freundlichen Mitarbeiter über die Sonderausgabe aufgeklärt. Ich habe zwar 2-3 Lebensjahre verloren, 4 graue Haare und einen leichten Herzinfarkt bekommen, dafür habe ich meine Gitarre wieder.

Nach der Aktion wusste ich nicht genau, ob mir der Schweiß aufgrund der 28°C im Schatten, oder der eben erlebten Panik den Nacken hinab lief.
Also auf zum Treffpunkt. Mit nur ner halben Stunde verzögerung hab ich dann auch diesen erreicht. Nach einem kurzen Begrüßung ging es auch direkt zum Auto, alles eingeladen und los. Eine kurze Tour vom Flughafen in Richtung osten, konnte ich direkt das Begrüßungspersonal etwas überraschen. Im Auto mit mir war neben der Fahrerin noch 2 deutsche, die ein ähnliches Abenteuer beginnen wie ich. Einer davon sogar im selben Projekt. Beide sind 18 Jahre alt, haben gerade Ihre Schule beendet und ziehen vermutlich das erste mal aus dem behüteten Heim. Dass ich bereits die 30 überschritten habe, das hätte von den anderen im Auto niemand erwartet.

Nach ca. 15 Minuten Autofahrt erreichen wir das Gebäude, in dem ich die nächsten Tage, Wochen und Monate verbringen darf. Auf dem Weg sehe ich überwiegend Kommerzielle Gebäude, Lagerhallen und viele heruntergekommen wirkende Wohnhäuser – und Palmen, jede Menge Palmen. Ich werde nach Prior Velho in Louras gebracht. Das gehört zwar zu Lissabon, ist aber etwas außerhalb – dafür recht nah am Flughafen. Das Viertel besteht größtenteils aus größeren Wohnkomplexen. Hochhäuser, nicht die modernsten, aber solide. Meine Wohnung ist im Erdgeschoss, zumindest von der einen Seite. Das Schloss klemmt etwas, aber die Wohnung macht einen guten Eindruck. Es gibt wohl 3 Zimmer, 2 kleine Bäder, ein Wohnzimmer, eine Küche und einen Flur. Nach einer kurzen Tour und Untschreiben des Mietvertrages bin ich alleine in der Wohnung. Von meinen Mitbewohnern keine Spur. Der Kühlschrank ist fast leer. Viel scheint hier in der Wohnung also gar nicht passieren.

Ich stelle meine Sachen in mein Zimmer, checke kurz meine Nachrichten und lege mich erstmal eine halbe Stunde aufs Bett…

Der erste Eindruck von Lissabon ist eigentlich nur blauer Himmel und Hitze. Der Weg vom Flughafen führte aber größtenteils über die Schnellstraße, daher konnte ich nicht so wahnsinnig viel sehen. Fotos gibt es übrigens immer auf Instagram (Link oben in der Navigationszeile). Da ich die Nacht kaum geschlafen habe, brauchte ich erstmal ne Stunde um runterzukommen und mich etwas zu erholen. Aber ich bin am selben Tag noch vor die Tür gegangen…

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Abflug!

Nach nichtmal 2h Schlaf schrecke ich hoch. Was war das für ein Geräusch? Etwas verwirrt schaute ich mich um.
Oh, ja, mein Wecker. Ich schnappe mein Smartphone, dass sich durch den Vibrationsalarm über den Tisch schlängelt als wollte es abhauen, und stelle den Wecker ab. 3:00 Uhr – warum habe ich mir eingetlich einen so frühen Flug gebucht, ich Depp!

Duschen, Koffer einladen, gegen 4:15 Uhr sind Mein Cousin, seine Frau und ich unterwegs zum Flughafen.
Die Autobahnen sind frei, nur ein paar Brummis liefern sich schon die ersten Elefantenrennen – aber kein Grund zur beunruhigung. Vor lauter Müdigkeit habe ich fast vergessen, dass ich das Land verlassen werde.

Am Flughafen angekommen, schnappe ich mein Gepäck – ich fühl mich wie ein Packesel. Koffer, Sporttasche, Rucksack, Gitarrentasche – alles zusammen bestimmt 40 bis 50Kg. Die Schlange am Check-In kann ich glücklicherweise einfach links liegen lassen, aber die Gepäckaufgabe hat eine gefühlt 2km lange Warteschlange. „Also bleibe ich doch in Deutschland“, geht mir nach einer ersten Hochrechnung nach 5 Minuten warten durch den Kopf, doch dann tut sich was. Was die Effizienz der Leute am Airport angeht habe ich mich scheinbar geirrt. Als es losging, musste ich der Schlange fast hinterherrennen.

Gepäck abgegeben, ab zum Sicherheitscheck. Auch hier läuft alles glatt, nur hatte ich meine Schraubenzieher in meinem Rucksack gelassen. Ich bin zwar etwas verwirrt warum, aber den 3,50€ teuren Phasenprüfer musste ich abgeben. Den etwa gleich großen Kreuz-Schraubendreher, der gar kein Plastik um das Metall hatte, den durfte ich behalten. Anscheinend hat mir noch ein Freund aus alten Tagen zugerufen, der nun beim Zoll arbeitet, aber ich hab nichts mitbekommen, da mich das Schraubenzieherparadox noch zu sehr beschäftigte.

Ich steige in den Flieger ein. Obwohl meine Tasche eigentlich zu groß und vermutlich auch zu schwer für das Handgepäck war, winkt mich das Personal einfach durch. Ich sitze im Flieger. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

„Ist das wirklich die richtige Entscheidung? Portugal ist warm, und ich neige zum Schwitzen, sollte ich nicht in ein kälteres Land fliegen? Oder besser gleich zuhause bleiben? Gibt es in Portugal Mett? Oder gute Bratwürstchen? Und wie ist die Brotkultur? Muss ich mir mein Bauernbrot selbst backen? Ich spreche kein Portugiesisch – komm ich mit Englisch klar? Haben die Cola und Fanta, und schmeckt das da genauso wie hier? Schaffe ichs, die portugiesische Waschmaschine zu bedienen? Atmen die da úberhaupt Sauerstoff?“

Bevor mir noch mehr idiotische Fragen einfallen, werde ich durch den Startvorgang in den Sitz gepresst. Ich beschließe mir vorerst keine weiteren Gedanken zu machen, und vielleicht etwas Schlaf nachzuholen. Musik an, Welt aus…

Ich konnte in der Nacht bei Maik wirklich kaum schlafen. Die Gedanken kreisten den ganzen Tag in meinem Kopf, und auch bis zum Abflug war ich ein verwirrter Ball aus zweifelnhaften Gedanken – aber mit genug Mut und Freude auf das Abenteuer um tatsächlich in den Flieger zu steigen. Aktuell sitze ich vor meinem Laptop und schwanke noch immer zwischen Vorfreude, Abenteuerlust und Neugier auf der einen, und Zweifeln, Heimweh und auch ner gehörigen Portion Schiss auf der anderen Seite.

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Schlaflos

Der Hund knabbert an meinem großen Zeh. Es ist ein großer Hund. Ein Mischling bei dem definitiv ein Schäferhund im Spiel ist. Ich zucke kurz zurück, dann verschwindet er wieder in das Nebenzimmer. Eigentlich ein liebes Tier, nur sehr verspielt.

Ich kann nicht schlafen. Ich bin eine Kombination aus todmüde, total aufgekratzt und traurig. So richtig habe ich an dieser Stelle – und auch zum Zeitpunkt, zu dem ich diese Zeilen schreibe – noch nicht realisiert, was nun passiert. Ich fühle mich ein bisschen wie Arhur Dent (achtung, Spoiler!), der auf dem Schiff der Vogonen nicht ganz realisiert, dass nicht nur sein Haus soeben abgerissen wurde, sondern der ganze Planet einer Hyperraumumgehungsstraße weichen musste.

Mein Zimmer habe ich heute Mittag noch leergeräumt, die letzten Kisten auf den Dachboden und meinen Koffer ins Auto getragen. Es war ein sehr merkwürdiges Gefühl, als mein Mitbewohner dann seinen Schreibtisch und seinen PC in mein Zimmer räumte, da das Zimmer fortan als Büro herhalten soll. Ich bin noch den ganzen Nachmittag wie selbstverständlich in „mein Zimmer“ gegangen, und dann verwirrt wieder rausgekommen, weil es eben nicht mehr mein Zimmer ist.

Auch als ich mein Auto leergeräumt habe, und an meinen Großvater übergeben habe, war das ein sehr merkwürdiges Gefühl. Dabei hatte ich es gerade erst gewaschen. Sauber schaut die Karre gar nicht so schlecht aus, dachte ich mir noch, als ich die Schlüssel übergeben habe. Auch hier habe ich noch nicht begriffen, wie das nun wird, so ganz ohne Auto – noch dazu in einer Stadt, die ich nicht kenne.

Nun liege ich hier auf der Couch und versuche etwas zu schlafen. Die Playlist ist gerade auf „Save Tonight“ von „Eagle Eye Cherry“ umgesprungen. „Save tonigt, fight the break of dawn, come tomorrow, tomorrow I’ll be gone…“ singt er. Morgen bin ich weg – und zwar fast 2000km weit. Langsam döse ich weg…

Ich bin traurig, meine Freunde hinter mir zu lassen – auch wenn es nicht auf Ewig ist. Aber ich bin auch gespannt, was das Leben in Portugal für mich bereit hält. Es wird ein spannendes Abenteuer, und ich freue mich sowohl auf das Land und die Leute, aber ich freue mich auch jetzt schon umso mehr, meine Freunde wiederzusehen.

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Allgemein Portugal

Eu não falo português, desculpa!

Ich spreche kein Portugiesisch, Entschuldigung! Aber vielleicht lerne ich es bald. Ein paar Apps, um zumindest die nötigsten Dinge zu verstehen, habe ich bereits auf meinem Handy installiert.

Warum ich portugiesisch lernen sollte? Vielleicht, damit ich mich in Portugal auch mit den Einheimischen verständigen kann. Ich werde immerhin ab Mitte August ca. 12 Monate dort Leben. In Lissabon um genau zu sein. Arbeiten, wohnen – leben halt.

Ich werde als deutschsprachiger Kundenbetreuer für eine Portugiesische Firma für einen amerikanischen Kunden arbeiten. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft so bringen wird, und was das Leben in Lissabon so für mich bereithalten wird.

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Rage 2.

Ich bin durch. Alle Locations Entdeckt und erledigt. Mir fehlen noch ne Handvoll Drohnen und Kleinkram. 

Schade, dass diese riesige und tatsächlich schöne Open World so leer scheint, denn ich könnte noch weitere Stunden darin verbringen. Movement und Gunplay sind herausragend, hier können sich Destiny und Co doch noch ne Scheibe abschneiden. Insgesamt reicht es nicht ganz an das Doom-Reboot von 2016 ran, das liegt aber weniger an den Waffen oder den Skills, sondern einfach daran, dass Doom aufgrund des Aufbaus deutlich konzentriertere Action lieferte.

Allen in allem ein gutes Spiel, wenn man auf die Story und viel Abwechslung verzichten kann. Wer aber Story braucht, oder nicht nach ca. 15-20 Stunden schon alles (oder nach 6-8h die ganze Story) erlebt haben will, wird hier nicht glücklich.

Schwierigkeitsgrad:
Habe auf ‚Schwer‘ gespielt – das ist der dritte von 4 Schwierigkeitsgraden – das war jedoch zu einfach. Ich bin während der ganzen Spielzeit ca. 10 mal gestorben. Davon waren aber nur 2 Tode in direkten Auseinandersetzungen mit Gegnern zurückzuführen. Der Rest waren Sprünge in Abgründe, oder ungünstige Abkürzungsversuche mit Fahrzeugen. Für Shooter Veteranen ist hier der letzte Schwierigkeitsgrad zu empfehlen. Dies trifft natürlich nur Bedingt auf Gamepadjongleure zu.

Hardware / Performance:
Gespielt wurde auf einem System mit Core i5 7600, 16GB RAM und einer Gigabyte GTX 1070 Gaming G1, jeweils ohne irgendwelche Übertaktungen.
Das Spiel war auf einer SATA SSD Installiert.
Die Ladezeiten sind angenehm kurz. Vom Doppelklick auf das Icon bis zum ersten Schritt ingame verging weniger als eine Minute.

In 1920×1080 mit dem Preset „Ultra“ und aktiviertem VSYNC (leider habe ich eh nur einen 60hz Monitor) ist mir dabei zu keiner Zeit die Framerate eingebrochen.

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Cover: Damien Rice – Coconut Skins – Aufnahme aus August 2015

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Tut das not, dass das Ding so laut ist…?

…also nicht das Moped von Werner, sondern diese Welt, dieses Leben? Wir huschen von Termin zu Termin. Zwischendurch schreien wir unsere intimsten Gedanken in die Weiten des Internets und schreien dann noch hinterher, dass wir mehr Datenschutz brauchen.

Ins Internet schreien ist sowieso ein Trend, den ich zugegebener Maßen teilweise mitmache, größtenteils aber nur noch schrecklich finde. Die Welt scheint sich nur noch als Pixelart auf den Displays der Menschheit zu drehen. Das Smartphone im Anschlag und keinen Sinn mehr für Wahrheit, für Liebe, für das Leben.

Und warum ich mich so darüber Aufrege? Ganz einfach, weil ich mitten drin bin. Gefangen im digitalen Zeitalter. Weil ich selbst ständig aufs Display starre, weil ich selbst online überall meine Meinung kundtun muss… Wie jetzt, und hier. Liest das eigentlich noch irgendwer?

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Irland

Ein paar Videoimpressionen von meinem Trip nach Irland.

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Goodbye Routine

Irgendwie tut es gut. Irgendwie geht’s mir jetzt besser. Ich habe einfach meine Routine abgelegt, mich von meinen bisherigen Verpflichtungen befreit. Und es tut wirklich gut. Ich habe jetzt, zumindest für eine Weile, alle Freiheiten der Welt.

Ich denke es ist manchmal wirklich nicht verkehrt mit seinen eigenen Routinen zu brechen, sich einfach mal was herauszunehmen und die eigene Welt mal für ein paar Tage komplett auf den Kopf zu stellen. Der Mensch mag zwar ein Gewohnheitstier sein, dennoch ist nicht jede Gewohnheit, nicht jede Routine auf Dauer gesund. Ich habe das jetzt sehr deutlich an mir selbst gemerkt.

Jeder kennt das Bedürfnis einfach mal alles stehen und liegen zu lassen, einfach mal raus aus den eigenen Verpflichtungen und dem sonst so geregeltem Leben. Ich habe dazu neulich eines dieser tollen Bilder gesehen. Ihr wisst schon, schöner Hintergrund, tiefsinniger Text, die Dinger die man einfach überscrollt weil es abartig viele davon gibt und die irgendwie langsam nerven. Aber dieses eine Hatte recht:

„I somtimes wonder why birds keep sitting in one place if they could fly anywhere they want. And then I ask myself the same question…“

(„Manchmal frage ich mich, warum Vögel oftmals an derselben Stelle rumsitzen, obwohl sie hinfliegen könnten wo sie wollen, und dann Frage ich mich warum ich das nicht mache…“)

Und es ist einfach wahr. Manchmal sollte man einfach mal alles vergessen und losfliegen…