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Nachtfahrt…

Es ist dunkel. Einzig die Lichter meines Wagens strahlen ein wenig Licht. Der Regen prasselt rhythmisch gegen die Windschutzscheibe, nur unterbrochen von dem leisen quietschen der Scheibenwischer. Zusätzlich zum Regen erschwert ein leichter Nebelschleier die Sicht. Die Bäume rechts und links der Straße ziehen an mir vorbei, kommen erst als Schatten aus dem Nebel, um dann kurz vom Licht der Scheinwerfer erhellt, und dann hinter mir in der Dunkelheit zu verschwinden. Es blitzt, doch der Donner dringt kaum ins Innere meines Wagens.

Ich fahr stetig weiter, Kilometer um Kilometer, Kurve um Kurve. Ich komme kaum vorwärts, und mein Ziel ist ungewiss. Ich fahre vorwärts, bleibe selten stehen, doch scheint es mir, als fahre ich im Kreis. Die Welt schaut in der Dunkelheit einfach überall gleich aus. Viel Schatten, wenig Licht und nur das dumpfe Plätschern der Regentropfen.

Der Wald liegt nun hinter mir, die Kurven weichen einer Geraden. Der Regen verstummt und der Vollmond durchdringt die Wolken, die langsam den Nachthimmel freigeben. Die Sterne strahlen durch eine Wolkenlose Stelle, und ich erkenne wieder den Weg, der vor mir liegt.

Doch die Strecke führt mich wieder in den Wald, wieder zu dunklen Wolken, wieder zu Blitz und Donner. Doch ich fahr stetig weiter, Kilometer um Kilometer, Kurve um Kurve. Denn ich weiß, dass auch nach diesem Wald, nach diesem Regenschauer, wieder eine Lichtung kommt, wieder der Himmel aufklart, und mir wieder zeigt, welchen Weg ich nehmen muss.

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Ich tauche ein…

Die Welt um mich herum verschwimmt. Mit jedem Atemzug ein bißchen mehr. Ich öffne die Augen. Alles ist grau, vernebelt, nur hier und da seh ich ein Leuchten. Es sind Seelen, die Seelen von Menschen. Je heller diese Strahlen, umso reiner, umso unverdorbener. Doch die wenigsten könnten mich auch nur annähernd Blenden. Deshalb tauche ich ab, tauche Tief hinein in den Schlund der Welt, in das Zentrum, wo die Erde noch warm ist, und die Menschen nicht hinkommen. Der glühende Kern aus geschmolzenem Stein ist auch im Zwielicht Rot leuchtend. Erneut schließe ich die Augen, lege mich schlafen, in der Hoffnung, dass dieser Ort niemals von der Kälte der Menschen erfriert…

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The Cigarette

Eine kleines Licht entflammt, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Die Flamme erlischt und übrig bleibt nur ein schwaches glimmen. Ich nehme einen Zug. Das Glimmen wird zu einem Glühen, wandert stück für Stück. Verbrennt den Tabak und lässt ihn frei, den Rauch, den wohligen Schauer der meine Lungen füllt. Ich weiß, es ist nicht gut, aber es tut gut, wenn auch nur für wenige Sekunden. Der Rauch steigt beim Ausatmen langsam gen Himmel und verschwindet, genau wie das Gefühl in Lunge und Körper. Doch ich ziehe erneut, wieder füllt der warme Rauch meine Lunge und löst die Spannung in mir. Doch nach ein paar Zügen ist alles vorbei. Die Zigarette qualmt ein wenig weiter, nachdem ich sie ausgedrückt habe. Ich fühle mich besser, doch das wird vergehen, zumindest bis zur nächsten Zigarette.

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Lyrik

Die Nacht bricht an

Die Nacht bricht an
Der Tag vergeht
Dunkelheit,
es ist wahrlich Spät.

Doch ich bin Wach
So wach wie nie
Müdigkeit
ich denk an Sie.

Doch hält sie mich wach
ich schlaf nicht ein.
Die Nacht
kann doch so grausam sein.

Die Sterne strahlen
hell und klar.
Der Himmel
leuchtet still und starr.

Die Uhr, sie tickt
und tickt fortan
Der Morgen
kriecht langsam heran.

Die Sonne steigt
und erwachet grell
Der Horizont
er leuchtet hell

Die Dunkelheit geht
Der Tag erwacht
Das Morgenrot
verjagt die Nacht.

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Das kleine, graue Ding…

Ich trage etwas in mir. Etwas das eigentlich jeder Mensch in sich trägt. Bei den meisten Menschen ist es mittelgroß bis groß, meist gut gelaunt, und strahlt in den verschiedensten Farben.

Nicht so bei mir. Bei mir ist es klein. Es ist grau. Und es blickt meist recht traurig drein. Doch es scheint auch ein wenig Schizophren zu sein. Denn in manchen Situationen wird das kleine, graue Ding plötzlich groß, und bunt, und manchmal sogar richtig arrogant. Dann aber schrumpft es wieder, und schaut wieder so trostlos.

Auch wenn es von außen immer wieder Sachen gibt, die versuchen das kleine graue Ding wieder aufzuheitern und aufzubauen, so hält diese Wirkung selten lange an. Und dann ist das kleine, graue Ding wieder traurig. Dann merkt das kleine, graue Ding wieder, dass der Körper in dem es wohnt nicht so toll ist, wie es das manchmal gerne hätte.

Selbst wenn es möglich wäre, selbst wenn ich es könnte, so wollte ich nicht tauschen, mit meinem kleinen, grauen Selbstbewusstsein…

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Lyrik Tagebuch

Es ist Winter…

Der Wind pfeift durch die schmale Gasse. Die dicken Schneeflocken wirbeln langsam in Richtung Boden, um den Artgenossen, die sich dort schon reichlich versammelt haben, Gesellschaft zu leisten. Es wirkt alles ziemlich düster, obwohl es erst früh am Nachmittag ist. Alles ist weiß, nur die Hauptstrasse hebt sich mit Braun und Grautönen etwas ab. Die wenigen Autos die noch fahren haben es geschafft, den Schnee zumindest teilweise wieder in sein flüssiges Pendant zu verwandeln.

Im Haus ist es Kalt. Die Feuer, die in den Holzöfen knistern, tun sich schwer damit die Luft aufzuheizen, doch immerhin in unmittelbarer Nähe verspürt man eine angenehme Wärme. Im ganzen Haus riecht es nach Tee und Gebäck. In den Obstschalen, in denen sonst allerlei frisches Obst liegt, teilen sich Orangen und Mandarinen den Platz mit Spekulatius und Lebkuchen. Die Kalte Jahreszeit ist endgültig angekommen. Weihnachten  rückt in greifbare Nähe.

Es schneit bei uns, und zwar richtig. Zwar hatte es vor kurzem schon angefangen zu schneien, aber nun scheint’s endgültig weiß zu sein. Weihnachten naht, der erste Advent ist bereits hinter uns. Vielleicht bekommen wir dieses Jahr ja endlich mal wieder eine weiße Weihnacht, nachdem es letztes Jahr mit Schnee ja eher Mau aussah. Ich wünsch euch allen auf jeden Fall eine schöne Adventszeit =)

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Das Land der Krähen… (prolog)

Der Wind streifte durch sein Haar. Es tat ihm einfach gut, morgens erstmal das Fenster aufzureißen und ein paar Minuten lang den Kopf in die kühle Morgenluft zu halten. Ein schöner Tag, kalt zwar, doch nach dem nächtlichen Schneeschauer bahnte sich die Sonne ihren Weg an einem klaren Firmament. Nicht eine Wolke sollte ihren Weg heute kreuzen. Anders erging es dem jungen Mann. Mittlerweile hatte er das Fenster geschlossen und begann den allmorgendlichen Kampf mit den durch den Schlaf zerzausten Haaren. Er fragte sich immer wieder, wie diese nicht mal 2 cm langen dünnen Fäden es immer wieder schafften sich derart zu verknoten. Wie immer gab er nach 15 Minuten jeden weiteren Versuch auf heute ausnahmsweise doch noch mit einer anständigen Frisur aus dem Haus zu gehen. Nach einem provisorischem Frühstück – der Kühlschrank gab diesmal nur eine Tomate und 2 Scheiben Käse her – kramte er nach seinem Rucksack und einer warmen Wollmütze. Er verließ mit einem Pappbecher voll Kaffe bewaffnet das Haus und machte sich auf den Weg ins Zentrum. Es war immer wieder Interessant die Stadt nach und nach zum Leben erwachen zu sehen. Hier und da öffneten sich Fenster, die ersten kleinen Geschäfte bereiteten sich auf die ersten Kunden vor, und vom Bäcker um die Ecke duftete es herrlich nach frischem Brot und Brötchen. Levin entschied sich für den Gang durch den Park. Zwar würde er dadurch ein paar Minuten später im Zentrum ankommen, dafür war er danach meist viel entspannter. Irgendwie faszinierten ihn die Krähen, die im Gegensatz zu den andern Vögeln nicht den Weg in den Süden antraten. Ihr krächze auf der Suche nach Nahrung drang durch den ganzen Park. Irgendwo hatte er mal gelesen, dass diese Tiere sehr intelligent sind, das ganze machte sie noch etwas geheimnisvoller. Während die Straßen und Gehwege bereits freigeräumt waren, lag im Park eine dicke, noch völlig unangetastete Schicht Schnee. Man konnte nicht einmal mehr den kleinen Teich ausmachen, der schon seit ein paar Tagen zugefroren und nun auch vollends mit Schnee bedeckt war. Einzig die große, unförmige aber glatte Fläche ließ auf seine Lage schließen.

Levin hatte den Teich schon hinter sich gelassen, als ihm ein lautes Plätschern einen leichten Schrecken einjagte. Als er sich wieder dem Teich zuwandte konnte er die Quelle des Plätscherns nicht ausmachen, obwohl es direkt aus dem Teich gekommen zu schien. Er wollte seinen Weg grade wieder fortsetzen, als er das Plätschern erneut hörte, diesmal deutlicher, lauter. Es war nun eigentlich schon kein Plätschern mehr, sondern kam eher dem „Platsch“ gleich, den ein übergewichtiges Kind bei einer Wasserbombe ins Schwimmbecken erzeugt. Doch noch immer konnte Levin nicht ausmachen woher genau dieses Geräusch kam. Selbst nach genauerem Umsehen im Park konnte er die Quelle des Geräuschs nicht ausmachen. Dann stand die Zeit still. Die letzten Blätter, die grade von einer alten Eiche fielen blieben mitten in der Luft hängen. Die Autos und die Passanten, die er von weitem auf der Hauptstraße sehen konnten, hielten in ihrer Bewegung an. Nur die Krähen kreisten weiter über dem kleinen Teich, der nun dampfte und irgendwie nicht mehr so kalt und gefroren aussah. Als sich der Dampf etwas legte, konnte er die Gestalt einer jungen Frau erahnen, doch bevor er etwas genaues erkannte übermannte ihn ein starker Schmerz in seinem Kopf. Er fiel in den Schnee und verlor das Bewusstsein. „Levin, es tut mir Leid…“ hörte er noch dumpf, bevor er vollkommen weggetreten war….

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Hoffnung

Meine Welt ist trist. Ohne Farben, mehr dunkel denn hell. Es gibt hier kaum Leben, und auch in mir scheint mit jedem Atemzug die Lebenskraft, ja der Lebenswille zu schwinden. Draußen warten die dunklen Schatten, die bösen Geister, es scheint sogar der Tod selbst darauf, mich, meine Welt und alles darin, einfach zu verschlingen.

Doch dann gab es einen Lichtblick. Es wahr mehr ein verschwommener Schimmer denn ein helles Leuchten, aber dort wankte etwas durch meine Welt, das Leben spendete, das die Welt wieder ein wenig beleuchtete, und auch die Farben wieder erahnen lies. Selbst die dunkelsten Schatten schienen Angst davor zu haben und mieden dieses Leuchten.

Doch dieses Leuchten hat keine Gestalt, noch nicht. Jedes mal wird der helle Schemen deutlicher, schärfer, doch ich erkenne dich noch nicht. Du bist der Hoffnungsschimmer, dazu fähig meine Welt und mich vor dem Untergang zu bewahren. Ich hoffe nur, ich kann dich rechtzeitig finden…

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Die Nacht

Nachts existiert sie nicht, die Welt die wir kennen. Wenn Abends der letzte Sonnenstrahl die Erde berührt, kommt Sie hervor, die Welt der Schatten, die Welt der düsteren Phantasien. Grade jetzt, in der dunklen, kalten Jahreszeit machen sich die dunklen Geister besonders bemerkbar.

Ein Baum, der kaum noch Blätter trägt. Des Tages, im Schein der Sonne, ein schöner Anblick. Des Nachts, wandelt er sich in einen Schatten, der es durchaus Vermag selbst einem gestandenen Mann einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Eine Gasse im Eck. Des Tages kaum einer Erwähnung wert. Des Nachts aber lässt sie einem das Herz rasen, wenn man sie entlang schreitet.

Ein Spaziergang durch den Wald. Des Tages eine Wohltat. Des Nachts allerdings kann er sich in den reinsten Albtraum verwandeln.

Doch trotz ihrer vielen Schrecken liebe ich die Nacht. Jeder Stern birgt für mich eine neue Idee, und was könnte eine größere Inspiration sein, als der Schein des Mondes?

Ich bin nacht-aktiv, nacht-kreativ, eben ein echter Freund der Nacht.
Und das nicht obwohl der bösen Geister und finstren Schatten,
sondern gerade wegen diesen.

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Lyrik Tagebuch

Smtms ts th pn tht mks y fl lv

Das ist ein Text, den ich vor einiger Zeit mal geschrieben habe. Er war sogar mal hier veröffentlicht, aber nur wenige Minuten. Warum kann ich selbst nicht mehr genau sagen. Aber ich finde den Text gut, und wollte ihn euch nicht vorenthalten:

Es ist schon merkwürdig. Egal was, egal wie viel ich Frage und ganz egal wie viel du von dir Preisgibst, wie viel du mir erzählst, mit jedem einzelnen Wort von dir wirst du mir mehr und mehr zum Rätsel. Deine Gesten, deine Blicke, deine Worte, selbst dein Herzschlag geben mir mehr Rätsel auf, als sie zu lösen vermögen.

Und obwohl es mich innerlich auffrisst, obwohl es manchmal kurz davor ist, mich vollends zu zerstören, obwohl es fast nicht auszuhalten ist, will ich dich wieder sehen, wieder mit dir reden, wieder mit dir lachen, und wieder etwas mit dir erleben.

Denn ohne dich kommt mir die Welt vor, als fehle die hälfte…

(Sometimes it’s the pain that makes you feel alive)