Zungenknoten und Untertitel

Dienstag, September 24, 2019

Hier in Portugal ist alles etwas langsamer, etwas gediegener.
Die Leute scheinen weniger zu hetzen, und wenn etwas mal länger dauert, dann ist das halt so. Auch die Bürokratie funktioniert hier anders und langsamer. Wo in deutschland alles lange dauert, da alles absolut genau und bestenfalls in 10-facher Ausführung gemacht wird, lässt man sich hier einfach Zeit bei allem. Wenn ich hier auf dem Heimweg noch durch den Supermarkt gehe, renne ich regelmäßig andere Kunden um, die durch den Laden schlendern.

Doch dann machen die Portugiesen den Mund auf, und alle Energie, die die Portugiesen so im alltäglichen Leben sparen wird in 1-2 Sätze gelegt. Teilweise sprechen die so schnell, dass Sie ihre eigene Zunge verknoten und man nichtmal die hälfte der gesprochenen Worte versteht.
Nicht das ich jetzt schon ansatzweise Portugiesisch sprechen könnte. Bitte, Danke, Entschuldigung, gern geschehen. Guten Tag, guten Abend, gute Nacht und Wie geht’s?

Darüber hinaus noch ein paar namen von Lebensmitteln – mehr kann ich noch nicht. Die meissten Protugiesen wechseln auch sofort auf englisch, wenn die meine bemitleidenswerte Aussprache hören.

Doch irgendwie ist mein Bedürfnis die Sprache zu lernen auch genau deswegen etwas gemindert. Ich komme hier hervorragend auf Englisch durchs Leben. Da hier Filme und Serien zum größten Teil nicht synchronisiert werden, sondern zumeist mit Untertiteln ausgestrahlt (oder auch im kino gezeigt) werden. Nur Inhalte, die vorwiegend an Kinder gerichtet sind, werden hier komplett vertont.

So kam ich in den Genuss am Samstag Ad Astra (mehr dazu hier) im englischen Original (mit portugiesischen Untertiteln) im Kino zu sehen. Leider werden die Trailer entsprechend angepasst, so dass ich zwar englische Originaldialoge in den gezeigten Szenen höre, aber die Einlendungen auf portugiesisch sind. So ist dies beim neuen Rambo nicht weiter tragisch und recht selbsterklärend. Bei dem zweiten Trailer, den wir zu gesicht bekommen haben, kann ich aber noch immer nicht sagen, worum es eigentlich gehen sollte.

Ich freu mich aber jetzt schon, den neuen Joker und ende des Jahres auch den neuen Star Wars gefahrlos im Kino anschauen zu können, ohne Angst am Ende nix zu verstehen.

3 Comments

  1. Andy sagt:

    Bin erstaunt, dass sich das so hart auf das Verständnis von Trailern auswirkt. Aber gut, solange bei den Filmen selbst alles klappt 😀

  2. Jess sagt:

    Ortsfremd zu sein kann auch manchmal eine super Ausrede sein^^ Also nicht ganz so einheimisch werden, dann wird einem versehentliches anrempeln sicher eher verziehen 😇

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