Archive for the ‘Allgemein’ Category

…also nicht das Moped von Werner, sondern diese Welt, dieses Leben? Wir huschen von Termin zu Termin. Zwischendurch schreien wir unsere intimsten Gedanken in die Weiten des Internets und schreien dann noch hinterher, dass wir mehr Datenschutz brauchen.

Ins Internet schreien ist sowieso ein Trend, den ich zugegebener Maßen teilweise mitmache, größtenteils aber nur noch schrecklich finde. Die Welt scheint sich nur noch als Pixelart auf den Displays der Menschheit zu drehen. Das Smartphone im Anschlag und keinen Sinn mehr für Wahrheit, für Liebe, für das Leben.

Und warum ich mich so darüber Aufrege? Ganz einfach, weil ich mitten drin bin. Gefangen im digitalen Zeitalter. Weil ich selbst ständig aufs Display starre, weil ich selbst online überall meine Meinung kundtun muss… Wie jetzt, und hier. Liest das eigentlich noch irgendwer?

Ein paar Videoimpressionen von meinem Trip nach Irland.

Irgendwie tut es gut. Irgendwie geht’s mir jetzt besser. Ich habe einfach meine Routine abgelegt, mich von meinen bisherigen Verpflichtungen befreit. Und es tut wirklich gut. Ich habe jetzt, zumindest für eine Weile, alle Freiheiten der Welt.

Ich denke es ist manchmal wirklich nicht verkehrt mit seinen eigenen Routinen zu brechen, sich einfach mal was herauszunehmen und die eigene Welt mal für ein paar Tage komplett auf den Kopf zu stellen. Der Mensch mag zwar ein Gewohnheitstier sein, dennoch ist nicht jede Gewohnheit, nicht jede Routine auf Dauer gesund. Ich habe das jetzt sehr deutlich an mir selbst gemerkt.

Jeder kennt das Bedürfnis einfach mal alles stehen und liegen zu lassen, einfach mal raus aus den eigenen Verpflichtungen und dem sonst so geregeltem Leben. Ich habe dazu neulich eines dieser tollen Bilder gesehen. Ihr wisst schon, schöner Hintergrund, tiefsinniger Text, die Dinger die man einfach überscrollt weil es abartig viele davon gibt und die irgendwie langsam nerven. Aber dieses eine Hatte recht:

„I somtimes wonder why birds keep sitting in one place if they could fly anywhere they want. And then I ask myself the same question…“

(„Manchmal frage ich mich, warum Vögel oftmals an derselben Stelle rumsitzen, obwohl sie hinfliegen könnten wo sie wollen, und dann Frage ich mich warum ich das nicht mache…“)

Und es ist einfach wahr. Manchmal sollte man einfach mal alles vergessen und losfliegen…

… bin ich, müde und gereizt. Jeder Bestätigungssound, der an der Arbeit durch mein Headset an mein Ohr dringt, erweckt die Lust den PC und alles was daran hängt einfach aus dem Fenster zu werfen. Jede Fehlermeldung lässt die Wut in mir hochkochen, und jede Frage eines Kollegen lässt mich fast platzen.

Aber ich versuche mich zusammenzureissen, versuche weiter zu lächeln, und versuche den Kunden und Kollegen dennoch den bestmöglichen Service zu bieten. Aber ich habe Angst, dass ich nicht mehr lange so stark sein kann. Dass ich zusammen breche, dass ich die Kunden anschreie, die Kollegen verprügel, und den PC tatsächlich aus dem Fenster schmeisse. Wobei zumindest letzterer hätte es verdient….

Ich weiss nichtmal warum es mir so geht, wie es mir grade geht. Die Welt dreht sich genau wie früher. Die Leute machen das gleiche wie immer, und auch ich mache eigentlich nichts anders. Gut, ich schlafe zu wenig. Ich trinke zu viel Kaffee, und denke viel zu viel über das nach, was ich nicht getan, was ich nicht erreicht habe. Dabei sollte ich eher an das denken was ich alles erreicht habe, was ich bisher mit bravour durchgezogen habe. Aber es will nicht recht. Stattdessen sitze ich hier und gebe mich dem „Weltschmerz“ hin. Welt schlecht, und so. Das alte Lied vom fehlenden Selbstbewusstsein und so. Ich weiss es eigentlich besser, und doch Falle ich immer wieder in dieses Loch. Ein bisschen so, als wäre es mein Zuhause. Vertraut, gewohnt, hier kenne ich alles.

Zuhause ist es halt doch am schönsten -.-

 

6 Nachrichten sind von meinen Freunden, die zumindest für die ersten 2 Stunden der Nacht mit mir unterwegs waren. Die letzte Nachricht jedoch kam von einer unbekannten Nummer. „Wir wissen genau was du bist. Es wird nicht unsere letzte Begegnung gewesen sein“. Ich habe keine Ahnung, was diese Nachricht mir sagen soll, noch von wem Sie zu kommen scheint. Egal, darum kümmere ich mich später.

Da der Kater noch immer keine Anstalten macht meinen Kopf wieder freizugeben fällt mir das Nachdenken ohnehin viel zu schwer. Im TV dudelt das übliche geistlose Programm zur Mittagszeit. Zwischen all den Doku-Soaps in denen Möchtegern C-Promis sich aufs übelste Beschimpfen und Anwälte versuchen den armen Jungen von Nebenan vor dem Gefängnis zu bewahren finde ich dann doch eine Serie, die man sich anschauen kann. Während im TV also Ted in einer schier Endlosen Geschichte seinen Kindern erzählt, wie er seine Frau kennengelernt hat, döse ich nochmal weg. Ich träume von der letzten Nacht, von der Stimmung im Final, von den Geschichten meiner Freunde, von dem erscheinen meiner Ex-Freundin. Ich weis nicht mehr was Sie zu mir gesagt hat, ich erinnere mich nur noch an die Gedanken die mir durch den Kopf geschossen sind, als ich sie gesehen habe. „Warum habe ich Idiot sie eigentlich gehen lassen?“.

Schweißgebadet wache ich auf, mein Handy klingelt. Es ist Karl. „Wo bist du, du musst sofort herkommen, gestern ist was krasses passiert. Komm sofort her“, lauten seine Worte. Noch immer schlaftrunken und mit noch immer brummendem Schädel sage ich zu. Nach der für heute zweiten Falsche Wasser schnappe ich meine Sachen und mache mich auf den Weg. Mein Auto hatte ich gestern in der Stadt stehen lassen. Wie ich nach Hause gekommen bin ist mir noch immer schleierhaft, denn eigentlich wollte ich bei Karl übernachten. Glücklicherweise ist der Bahnhof von mir nur 5 Minuten entfernt und die Fahrt in die Stadt dauert auch nur wenig länger.

Wie langsam die Zeit vergeht, wenn man eine harte Nacht hinter sich gebracht hat ist auch eines dieser Rätsel, die ich nie lösen konnte. Die Knöpfe im Ohr sitze ich in der Bahn und starre aus dem Fenster. „Have you ever felt alone in a crowded room“ singt mir die Stimme von Andrew McMahon ins Ohr. Ein toller Song unter der Flagge von Jack’s Mannequinn. Und ja, ich kenne das Gefühl alleine zu sein. Dieser ganze Trend mit den Smartphones hat die Welt zu einem Überfüllten Platz gemacht, auf dem doch jeder alleine ist. Konversation ist auf ein Minimum reduziert, denn jeder der was auf sich hält hat weisse Kabel im Ohr. Diese modernen Scheuklappen, die den Blick nur noch auf das wesentliche richten – das Smartphone. Aber was rege ich mich auf, ich bin ja selbst nicht besser.

Endlich bei Karl angekommen macht er mir total aufgekratzt die Tür auf. Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen er hat irgendwelche Aufputschmittel genommen, doch alles was Karl an Drogen nimmt, macht einen höchstens müde und träge. „Wie geht es dir“, fragt er mich. „Nujoar, ich war schon mal besser drauf – könntest du etwas leiser reden?“, erwidere ich nur. Er drückt mir ne Tasse Kaffee in die Hand und führt mich in sein Zimmer. Er wolle mir ein Video von gestern Zeigen. Auf seinem Bildschirm scheint schon ein Bild davon zu prangern. Ich sehe eine große Explosion, und direkt mitten drin: Mein Gesicht.

Fortsetzung folgt…

Der Kopf dröhnt. Ich öffne die Augen, doch dass gleißende Sonnenlicht zwingt mich sofort diese wieder zu schließen. Ich hatte wohl doch ein paar zuviel gestern Nacht. Beim Versuch aus dem Bett zu kriechen schmerzt jeder Knochen. „Ich werde alt“, murmel ich mir selbst zu, während ich versuche, mit einer Hand vor der Sonne schützend, das Rollo runterzulassen.

Jede Bewegung schmerzt, und auch der Blick in den Badezimmerspiegel lässt darauf schliessen, dass ich die letzte Nacht wohl ordentlich Spaß hatte. Doch was war geschehen. Das letzte an das ich mich erinner ist das Treffen mit ein paar Freunden in unserer Stammbar. Final Destination. Aber das war wohl nicht mein letztes Ziel bevor ich irgendwann, weis Gott wie, nach Hause gekommen bin.

Das laute Summen der Kaffeemühle hallt schmerzvoll durch meinen sich fast leer anfühlenden Schädel. Die Vorfreude auf den frischen Kaffee und die obligatorische Zigarette lassen mich das aber schnell wieder vergessen. Vielleicht hilft das Koffein mich wieder zu erinnern.

Ich schalte den Fernseher ein. Die Sonne zwängt sich durch die schmalen Spalte im Rollo in mein kleines Apartment. Der Staub den ich bei meinem Morgenritual aufgewirbelt habe tänzelt in den Sonnenstrahlen. In diesem Licht schaut die Wohnung ganz brauchbar aus, aber wehe man schaltet die Lampen ein. „Ich müsste mal wieder aufräumen“, denke ich mir, als die Dame im TV mir ihren Allzweckreiniger mit Meeresduft ans Herz legt.

Doch zurück zur gestrigen Nacht. Wir hatten ein paar Drinks im Final, doch irgendwie war keine Stimmung, also sind wir weitergezogen, aber wohin? Ich krame in meinen Klamotten von Gestern nach meinem Handy. Ein Geruch von Alkohol, Zigaretten und Schweiß breitet sich um den Haufen aus, je mehr ich darin wühle. Als ich das Handy endlich aus einer der Hosentaschen gefischt habe, bemerke ich einen riesen Kratzer im Display. Natürlich ist der Akku leer. Die Auflösung der Geschenisse des gestrigen Abends wird also noch etwas auf sich warten lassen müssen.

Ich schnappe mir meine Jacke, meinen Schlüssel und meinen Geldbeutel um was zu essen zu besorgen. Als ich vor die Tür trete umfegt mich ein eisiger Wind. Es ist kaum drei Tage her, da hatten wir noch 25°C, doch die Sonne verliert an Kraft. Es ist jetzt 10:34 Uhr, und das Thermometer zeigt sommerliche 10°C an. Die Straße wirkt wie leergefegt. Einzig das Radio des Nachbarn, das immer am offenen Fenster vor sich hindudelt lässt mich glauben, dass es in diesem Kaff doch Leben gibt. Zwei Ecken weiter ist der Bäcker – wer immer auf die Idee kam, dass Bäcker auch Sonntags öffnen dürfen hat einen Nobelpreis verdient. Zwei Schokocrossaints, und ein obligatorisches Mettbrötchen mit Zwiebeln später hört auch das flaue Gefühl in meinem Magen langsam auf. Die Gedanken kreisen noch immer. Einen solchen Blackout hatte ich bisher noch nie. Irgendwie wusste ich zumindest immer grob wo ich war, oder wie ich nach Hause kam. Details fehlten immer mal wieder, auch ganze Stunden, aber nie eine ganze Nacht.

Wieder zuhause hat sich auch mein Handy wieder aus dem Schlaf erhoben. Erwartungsvoll leuchtet das Display auf und verlangt meine PIN von mir. Danach gönnt sich das Gerät erstmal eine kleine Denkpause. Schon merkwürdig, wie sich die Technik entwickelt hat. Als ich Jung war waren Handys noch Luxusgüter, nur Geschäftsleute und Schauspieler hatten eins. Mein erstes Telefon hatte ein zwei Zeilen Display, und konnte nichtmal kleinste Grafiken anzeigen. Ich war schon froh, dass es genug Sonderzeichen für die gängigsten Smileys beherrschte. Heute tragen wir kleine Hochleistungscomputer mit uns rum, von denen Kirk und Spock nur geträumt hatten. Als das Handy sich endlich entschlossen hat, mir Auskunft zu erteilen blinkt die Benachrichtigungsleiste schon in einem Tiefen Rot. 15 Nachrichten und 10 verpasste Anrufe blinken mir entgegen. Fünf Nachrichten kann ich direkt aussortieren. Karl – einer meiner besten Freunde – Hatte entweder die Tastesperre vergessen, oder war genauso Sternhagelvoll wie ich es angesichts meines Schädels, war. Drei Nachrichten von meiner Verflossenen – scheinbar sind wir uns gestern Nacht zufällig über den Weg gelaufen. Den besorgten Worten entnehme ich, dass ich nicht wirklich gut ausgesehen haben muss.

Fortsetzung folgt…

Serenity Revolt, gemächlicher Aufruhr. So habe ich diese Seite mal genannt. Eine leise Rebellion gegen – ja, gegen was eigentlich? Mein eigenes Resümee zeigt, dass es eine Rebellion gegen mein eigenes Leben ist. Ein typisches rumgeflenne, weil der feine Herr zu faul ist sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.

Und das sollte ich, doch ich habe keinen Elan. Jedesmal, wenn es scheint ich biege auf die Gewinnerstraße ab, kommt irgendein popeliger Kleinwagen um die Ecke und drängt mich wieder ab. Weil ich immer ausweiche, immer auf die Bremse trete. Ich will ja nichts kaputt machen, ich will ja keinen verletzen. Dabei wird es langsam Zeit, dass ich aufwache, mal um mich schlage, und mal meinen eigenen Willen durchsetze.

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist doch an jeden gedacht, oder wie war das? Ich müsste mal an mich denken, doch ich trau mich wie immer nicht. Und so lasse ich mich wiedermal von der Gewinnerstraße abdrängen, denn ich will ja keinem wehtun. Ich bin manchmal eben doch nur ein kleiner Depp…

Ich habe es vermisst, mal so richtig kaputt zusein. Nach einem harten Arbeitstag einfach mal keine Energie zu haben. Schon um achte auf dem Sofa zu liegen und vorm Fernseher fast einzuschlafen. Ich habe es wirklich vermisst, aber auf dauer brauch ich das auch nicht.

Des Anstands wahre Bürde ist wohl der Verzicht.