Posts by Basti

Serenity Revolt, gemächlicher Aufruhr. So habe ich diese Seite mal genannt. Eine leise Rebellion gegen – ja, gegen was eigentlich? Mein eigenes Resümee zeigt, dass es eine Rebellion gegen mein eigenes Leben ist. Ein typisches rumgeflenne, weil der feine Herr zu faul ist sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.

Und das sollte ich, doch ich habe keinen Elan. Jedesmal, wenn es scheint ich biege auf die Gewinnerstraße ab, kommt irgendein popeliger Kleinwagen um die Ecke und drängt mich wieder ab. Weil ich immer ausweiche, immer auf die Bremse trete. Ich will ja nichts kaputt machen, ich will ja keinen verletzen. Dabei wird es langsam Zeit, dass ich aufwache, mal um mich schlage, und mal meinen eigenen Willen durchsetze.

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist doch an jeden gedacht, oder wie war das? Ich müsste mal an mich denken, doch ich trau mich wie immer nicht. Und so lasse ich mich wiedermal von der Gewinnerstraße abdrängen, denn ich will ja keinem wehtun. Ich bin manchmal eben doch nur ein kleiner Depp…

Ich habe es vermisst, mal so richtig kaputt zusein. Nach einem harten Arbeitstag einfach mal keine Energie zu haben. Schon um achte auf dem Sofa zu liegen und vorm Fernseher fast einzuschlafen. Ich habe es wirklich vermisst, aber auf dauer brauch ich das auch nicht.

Des Anstands wahre Bürde ist wohl der Verzicht.

Im Rückspiegel seh ich die Funken der Zigarette, die ich grade aus dem Fenster geworfen habe. Es it spät, ich bin müde, doch an Schlaf ist nicht zu denken. Die Gedanken kreisen, Das Herz pocht unentwegt. Was ist da nur schonwieder mit mir passiert….?

… habe ich grade wieder gemerkt.

Und wieder steh ich in der Bar, der Tequila löst meine nicht grad positiven Gedanken allmählich in wohlgefallen auf. Zumindest vorerst. Auch ich habe mittlerweile begriffen, dass diese Gefühle, diese Gedanken, der ganze Scheiss eben irgendwann wieder zum Vorschein treten.

„Noch einen bitte!“ Wow, höflich bin ich heute. Ich fühl mich ein bisschen wie der Säufer aus dem kleinen Prinzen:
„Warum trinkst du?“ „Ich trinke um zu vergessen.“ „Was willst du denn vergessen?“ „Ich will vergessen, dass ich mich schäme.“ „Und warum schämst du dich?“ „Ich schäme mich, weil ich saufe…“
Und ja, ich schäme mich. Nicht weil ich saufe, die Rechnung dafür bekomme ich sowieso am nächsten Morgen. Ich schäme mich dafür, dass ich immer alles vermassel, was ich in die Finger bekomme. Meinen Job, meine Beziehung, mein Leben.

„Noch einen! Achwas, lass gleich die ganze Flasche hier!“
Ich werde heute sowieso keinen Stich mehr landen, da kann ich mir auch richtig die Kante geben…

Verlorengeglaubt, doch nun ist sie da. Fast schon unerwartet, denn gerechnet hat wohl keiner mit ihr. Doch seit ein paar Tagen erwärmt Sie unsere Welt, als wäre sie nie weg gewesen. Man könnte mittlerweile fast meinen es wäre Sommer.

Schon bei der Fahrt bis zum Bahnhof kommt uns eine begeisterte Menschenmenge entgegen. Ich stelle den Wagen ab, und folge der Wegbeschreibung, die wir nur sporadisch im Internet gefunden haben. Die Masse, der wir ursprünglich folgen wollte ist schon nicht mehr zu sehen. Das ganze gleich eher einer Schnitzeljagd, als einem Weg zu einer Party. Dass die Bilder mit den Hinweisen am Tage geschossen sind, macht die Sache auch nicht leichter, da die Nacht bereits angebrochen ist, und nicht mal Sterne uns den Weg leuchten. Dennoch schaffen wir es irgendwie den richtigen Weg zu finden. Eine Brücke, ein langer Marsch durch den Wald – der durch den Regen am Tag alles andere als „angenehm“ zu beschreiben ist. Doch der Weg lohnt sich, je weiter wir gehen, umso lauter werden die Bässe, die Party ist schon in vollem Gange.

Gefühlt ne Stunde (in der Wirklichkeit waren es wohl eher wenige Minuten) erreichen wir eine offene Stelle unter eine Brücke. Auf den Pfeilern tanzen bunte Farben und Lichter umher, um den provisorisch eingerichteten DJ-Pult tanzt eine feierwütige Meute, auf und ab, passend zu den Beats, die aus den rundherum aufgestellten Lautsprechern hallt. Wir sind da, wir haben es geschafft, und jetzt wollen wir nur noch eins: FEIERN!

Meine erste Tunnelparty, und habe ich es mir zwar ähnlich vorgestellt, war es doch deutlich besser als erwartet. Es hat echt Spass gemacht, es war eine super Stimmung, und auch wenn ich danach den gleichen erschwerlichen Weg zurücklaufen musst (und das als Fahrer auch noch nüchtern), hat es sich definitv gelohnt!

Die intelligenz der Welt, wie wir sie Heute kennen
ist mit keinem Wort mehr zu benennen,
während Stein und Pflanz und Tier, an ersetzbarkeit verliern,
so ist der Mensch im Besonderen, von dieser Welt zu trennen.
je mehr er lebt, je mehr er baut, je mehr er chemikalien braut,
umso schneller geht alles ein, Der Mensch, die Welt und alles Sein.