„Heya Mama ma Heeheeheeeaaaaaaaa“…. Wir sind über dem kleinen Stück Land, das Spanien und Frankreich verbindet, als Dario G mit Sunchyme durch meine Kopfhöhrer erklingt. Ich finde es immernoch faszinierend, wie eine Konstruktion aus nem Magneten und nem Stück Stoff Töne so differenziert verschiedenste Instrumente und Gesang erzeugen kann.

Um in Lissabon zu Landen, müssen wir einmal um die Stadt herum fliegen. Das gab einen tollen Blick auf die Brücke, die ein bisschen an San Francisco erinnert. Wir waren nun gut 2 1/2 Stunden in der Luft, ich freue mich bereits darauf, meine Beine wieder bewegen zu können. Also raus aus dem Flieger, Gepäck geholt und weiter… „Oh, wo ist meine Gitarre?“.

Schade dass man nicht bei Aufgabe des Gepäcks informiert wird, dass Instrumente, Sportutensilien und andere Gepäckstücke, die besonders behandelt, oder besonders sperrig sind, nicht über das normale Gepäckband wieder ausgegeben werden. Nach ca. 20 Minuten Panik, 3 maligem Rotieren um die Gepäckausgabe-Bänder und mehrfachem Klopfen am leider nicht besetztem „Lost and Found“ der Airline wurde ich von einem sehr freundlichen Mitarbeiter über die Sonderausgabe aufgeklärt. Ich habe zwar 2-3 Lebensjahre verloren, 4 graue Haare und einen leichten Herzinfarkt bekommen, dafür habe ich meine Gitarre wieder.

Nach der Aktion wusste ich nicht genau, ob mir der Schweiß aufgrund der 28°C im Schatten, oder der eben erlebten Panik den Nacken hinab lief.
Also auf zum Treffpunkt. Mit nur ner halben Stunde verzögerung hab ich dann auch diesen erreicht. Nach einem kurzen Begrüßung ging es auch direkt zum Auto, alles eingeladen und los. Eine kurze Tour vom Flughafen in Richtung osten, konnte ich direkt das Begrüßungspersonal etwas überraschen. Im Auto mit mir war neben der Fahrerin noch 2 deutsche, die ein ähnliches Abenteuer beginnen wie ich. Einer davon sogar im selben Projekt. Beide sind 18 Jahre alt, haben gerade Ihre Schule beendet und ziehen vermutlich das erste mal aus dem behüteten Heim. Dass ich bereits die 30 überschritten habe, das hätte von den anderen im Auto niemand erwartet.

Nach ca. 15 Minuten Autofahrt erreichen wir das Gebäude, in dem ich die nächsten Tage, Wochen und Monate verbringen darf. Auf dem Weg sehe ich überwiegend Kommerzielle Gebäude, Lagerhallen und viele heruntergekommen wirkende Wohnhäuser – und Palmen, jede Menge Palmen. Ich werde nach Prior Velho in Louras gebracht. Das gehört zwar zu Lissabon, ist aber etwas außerhalb – dafür recht nah am Flughafen. Das Viertel besteht größtenteils aus größeren Wohnkomplexen. Hochhäuser, nicht die modernsten, aber solide. Meine Wohnung ist im Erdgeschoss, zumindest von der einen Seite. Das Schloss klemmt etwas, aber die Wohnung macht einen guten Eindruck. Es gibt wohl 3 Zimmer, 2 kleine Bäder, ein Wohnzimmer, eine Küche und einen Flur. Nach einer kurzen Tour und Untschreiben des Mietvertrages bin ich alleine in der Wohnung. Von meinen Mitbewohnern keine Spur. Der Kühlschrank ist fast leer. Viel scheint hier in der Wohnung also gar nicht passieren.

Ich stelle meine Sachen in mein Zimmer, checke kurz meine Nachrichten und lege mich erstmal eine halbe Stunde aufs Bett…

Der erste Eindruck von Lissabon ist eigentlich nur blauer Himmel und Hitze. Der Weg vom Flughafen führte aber größtenteils über die Schnellstraße, daher konnte ich nicht so wahnsinnig viel sehen. Fotos gibt es übrigens immer auf Instagram (Link oben in der Navigationszeile). Da ich die Nacht kaum geschlafen habe, brauchte ich erstmal ne Stunde um runterzukommen und mich etwas zu erholen. Aber ich bin am selben Tag noch vor die Tür gegangen…

Nach nichtmal 2h Schlaf schrecke ich hoch. Was war das für ein Geräusch? Etwas verwirrt schaute ich mich um.
Oh, ja, mein Wecker. Ich schnappe mein Smartphone, dass sich durch den Vibrationsalarm über den Tisch schlängelt als wollte es abhauen, und stelle den Wecker ab. 3:00 Uhr – warum habe ich mir eingetlich einen so frühen Flug gebucht, ich Depp!

Duschen, Koffer einladen, gegen 4:15 Uhr sind Mein Cousin, seine Frau und ich unterwegs zum Flughafen.
Die Autobahnen sind frei, nur ein paar Brummis liefern sich schon die ersten Elefantenrennen – aber kein Grund zur beunruhigung. Vor lauter Müdigkeit habe ich fast vergessen, dass ich das Land verlassen werde.

Am Flughafen angekommen, schnappe ich mein Gepäck – ich fühl mich wie ein Packesel. Koffer, Sporttasche, Rucksack, Gitarrentasche – alles zusammen bestimmt 40 bis 50Kg. Die Schlange am Check-In kann ich glücklicherweise einfach links liegen lassen, aber die Gepäckaufgabe hat eine gefühlt 2km lange Warteschlange. „Also bleibe ich doch in Deutschland“, geht mir nach einer ersten Hochrechnung nach 5 Minuten warten durch den Kopf, doch dann tut sich was. Was die Effizienz der Leute am Airport angeht habe ich mich scheinbar geirrt. Als es losging, musste ich der Schlange fast hinterherrennen.

Gepäck abgegeben, ab zum Sicherheitscheck. Auch hier läuft alles glatt, nur hatte ich meine Schraubenzieher in meinem Rucksack gelassen. Ich bin zwar etwas verwirrt warum, aber den 3,50€ teuren Phasenprüfer musste ich abgeben. Den etwa gleich großen Kreuz-Schraubendreher, der gar kein Plastik um das Metall hatte, den durfte ich behalten. Anscheinend hat mir noch ein Freund aus alten Tagen zugerufen, der nun beim Zoll arbeitet, aber ich hab nichts mitbekommen, da mich das Schraubenzieherparadox noch zu sehr beschäftigte.

Ich steige in den Flieger ein. Obwohl meine Tasche eigentlich zu groß und vermutlich auch zu schwer für das Handgepäck war, winkt mich das Personal einfach durch. Ich sitze im Flieger. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

„Ist das wirklich die richtige Entscheidung? Portugal ist warm, und ich neige zum Schwitzen, sollte ich nicht in ein kälteres Land fliegen? Oder besser gleich zuhause bleiben? Gibt es in Portugal Mett? Oder gute Bratwürstchen? Und wie ist die Brotkultur? Muss ich mir mein Bauernbrot selbst backen? Ich spreche kein Portugiesisch – komm ich mit Englisch klar? Haben die Cola und Fanta, und schmeckt das da genauso wie hier? Schaffe ichs, die portugiesische Waschmaschine zu bedienen? Atmen die da úberhaupt Sauerstoff?“

Bevor mir noch mehr idiotische Fragen einfallen, werde ich durch den Startvorgang in den Sitz gepresst. Ich beschließe mir vorerst keine weiteren Gedanken zu machen, und vielleicht etwas Schlaf nachzuholen. Musik an, Welt aus…

Ich konnte in der Nacht bei Maik wirklich kaum schlafen. Die Gedanken kreisten den ganzen Tag in meinem Kopf, und auch bis zum Abflug war ich ein verwirrter Ball aus zweifelnhaften Gedanken – aber mit genug Mut und Freude auf das Abenteuer um tatsächlich in den Flieger zu steigen. Aktuell sitze ich vor meinem Laptop und schwanke noch immer zwischen Vorfreude, Abenteuerlust und Neugier auf der einen, und Zweifeln, Heimweh und auch ner gehörigen Portion Schiss auf der anderen Seite.

Der Hund knabbert an meinem großen Zeh. Es ist ein großer Hund. Ein Mischling bei dem definitiv ein Schäferhund im Spiel ist. Ich zucke kurz zurück, dann verschwindet er wieder in das Nebenzimmer. Eigentlich ein liebes Tier, nur sehr verspielt.

Ich kann nicht schlafen. Ich bin eine Kombination aus todmüde, total aufgekratzt und traurig. So richtig habe ich an dieser Stelle – und auch zum Zeitpunkt, zu dem ich diese Zeilen schreibe – noch nicht realisiert, was nun passiert. Ich fühle mich ein bisschen wie Arhur Dent (achtung, Spoiler!), der auf dem Schiff der Vogonen nicht ganz realisiert, dass nicht nur sein Haus soeben abgerissen wurde, sondern der ganze Planet einer Hyperraumumgehungsstraße weichen musste.

Mein Zimmer habe ich heute Mittag noch leergeräumt, die letzten Kisten auf den Dachboden und meinen Koffer ins Auto getragen. Es war ein sehr merkwürdiges Gefühl, als mein Mitbewohner dann seinen Schreibtisch und seinen PC in mein Zimmer räumte, da das Zimmer fortan als Büro herhalten soll. Ich bin noch den ganzen Nachmittag wie selbstverständlich in „mein Zimmer“ gegangen, und dann verwirrt wieder rausgekommen, weil es eben nicht mehr mein Zimmer ist.

Auch als ich mein Auto leergeräumt habe, und an meinen Großvater übergeben habe, war das ein sehr merkwürdiges Gefühl. Dabei hatte ich es gerade erst gewaschen. Sauber schaut die Karre gar nicht so schlecht aus, dachte ich mir noch, als ich die Schlüssel übergeben habe. Auch hier habe ich noch nicht begriffen, wie das nun wird, so ganz ohne Auto – noch dazu in einer Stadt, die ich nicht kenne.

Nun liege ich hier auf der Couch und versuche etwas zu schlafen. Die Playlist ist gerade auf „Save Tonight“ von „Eagle Eye Cherry“ umgesprungen. „Save tonigt, fight the break of dawn, come tomorrow, tomorrow I’ll be gone…“ singt er. Morgen bin ich weg – und zwar fast 2000km weit. Langsam döse ich weg…

Ich bin traurig, meine Freunde hinter mir zu lassen – auch wenn es nicht auf Ewig ist. Aber ich bin auch gespannt, was das Leben in Portugal für mich bereit hält. Es wird ein spannendes Abenteuer, und ich freue mich sowohl auf das Land und die Leute, aber ich freue mich auch jetzt schon umso mehr, meine Freunde wiederzusehen.

Ich spreche kein Portugiesisch, Entschuldigung! Aber vielleicht lerne ich es bald. Ein paar Apps, um zumindest die nötigsten Dinge zu verstehen, habe ich bereits auf meinem Handy installiert.

Warum ich portugiesisch lernen sollte? Vielleicht, damit ich mich in Portugal auch mit den Einheimischen verständigen kann. Ich werde immerhin ab Mitte August ca. 12 Monate dort Leben. In Lissabon um genau zu sein. Arbeiten, wohnen – leben halt.

Ich werde als deutschsprachiger Kundenbetreuer für eine Portugiesische Firma für einen amerikanischen Kunden arbeiten. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft so bringen wird, und was das Leben in Lissabon so für mich bereithalten wird.

Ich bin durch. Alle Locations Entdeckt und erledigt. Mir fehlen noch ne Handvoll Drohnen und Kleinkram. 

Schade, dass diese riesige und tatsächlich schöne Open World so leer scheint, denn ich könnte noch weitere Stunden darin verbringen. Movement und Gunplay sind herausragend, hier können sich Destiny und Co doch noch ne Scheibe abschneiden. Insgesamt reicht es nicht ganz an das Doom-Reboot von 2016 ran, das liegt aber weniger an den Waffen oder den Skills, sondern einfach daran, dass Doom aufgrund des Aufbaus deutlich konzentriertere Action lieferte.

Allen in allem ein gutes Spiel, wenn man auf die Story und viel Abwechslung verzichten kann. Wer aber Story braucht, oder nicht nach ca. 15-20 Stunden schon alles (oder nach 6-8h die ganze Story) erlebt haben will, wird hier nicht glücklich.

Schwierigkeitsgrad:
Habe auf ‚Schwer‘ gespielt – das ist der dritte von 4 Schwierigkeitsgraden – das war jedoch zu einfach. Ich bin während der ganzen Spielzeit ca. 10 mal gestorben. Davon waren aber nur 2 Tode in direkten Auseinandersetzungen mit Gegnern zurückzuführen. Der Rest waren Sprünge in Abgründe, oder ungünstige Abkürzungsversuche mit Fahrzeugen. Für Shooter Veteranen ist hier der letzte Schwierigkeitsgrad zu empfehlen. Dies trifft natürlich nur Bedingt auf Gamepadjongleure zu.

Hardware / Performance:
Gespielt wurde auf einem System mit Core i5 7600, 16GB RAM und einer Gigabyte GTX 1070 Gaming G1, jeweils ohne irgendwelche Übertaktungen.
Das Spiel war auf einer SATA SSD Installiert.
Die Ladezeiten sind angenehm kurz. Vom Doppelklick auf das Icon bis zum ersten Schritt ingame verging weniger als eine Minute.

In 1920×1080 mit dem Preset „Ultra“ und aktiviertem VSYNC (leider habe ich eh nur einen 60hz Monitor) ist mir dabei zu keiner Zeit die Framerate eingebrochen.

…also nicht das Moped von Werner, sondern diese Welt, dieses Leben? Wir huschen von Termin zu Termin. Zwischendurch schreien wir unsere intimsten Gedanken in die Weiten des Internets und schreien dann noch hinterher, dass wir mehr Datenschutz brauchen.

Ins Internet schreien ist sowieso ein Trend, den ich zugegebener Maßen teilweise mitmache, größtenteils aber nur noch schrecklich finde. Die Welt scheint sich nur noch als Pixelart auf den Displays der Menschheit zu drehen. Das Smartphone im Anschlag und keinen Sinn mehr für Wahrheit, für Liebe, für das Leben.

Und warum ich mich so darüber Aufrege? Ganz einfach, weil ich mitten drin bin. Gefangen im digitalen Zeitalter. Weil ich selbst ständig aufs Display starre, weil ich selbst online überall meine Meinung kundtun muss… Wie jetzt, und hier. Liest das eigentlich noch irgendwer?

Ein paar Videoimpressionen von meinem Trip nach Irland.

Irgendwie tut es gut. Irgendwie geht’s mir jetzt besser. Ich habe einfach meine Routine abgelegt, mich von meinen bisherigen Verpflichtungen befreit. Und es tut wirklich gut. Ich habe jetzt, zumindest für eine Weile, alle Freiheiten der Welt.

Ich denke es ist manchmal wirklich nicht verkehrt mit seinen eigenen Routinen zu brechen, sich einfach mal was herauszunehmen und die eigene Welt mal für ein paar Tage komplett auf den Kopf zu stellen. Der Mensch mag zwar ein Gewohnheitstier sein, dennoch ist nicht jede Gewohnheit, nicht jede Routine auf Dauer gesund. Ich habe das jetzt sehr deutlich an mir selbst gemerkt.

Jeder kennt das Bedürfnis einfach mal alles stehen und liegen zu lassen, einfach mal raus aus den eigenen Verpflichtungen und dem sonst so geregeltem Leben. Ich habe dazu neulich eines dieser tollen Bilder gesehen. Ihr wisst schon, schöner Hintergrund, tiefsinniger Text, die Dinger die man einfach überscrollt weil es abartig viele davon gibt und die irgendwie langsam nerven. Aber dieses eine Hatte recht:

„I somtimes wonder why birds keep sitting in one place if they could fly anywhere they want. And then I ask myself the same question…“

(„Manchmal frage ich mich, warum Vögel oftmals an derselben Stelle rumsitzen, obwohl sie hinfliegen könnten wo sie wollen, und dann Frage ich mich warum ich das nicht mache…“)

Und es ist einfach wahr. Manchmal sollte man einfach mal alles vergessen und losfliegen…

… bin ich, müde und gereizt. Jeder Bestätigungssound, der an der Arbeit durch mein Headset an mein Ohr dringt, erweckt die Lust den PC und alles was daran hängt einfach aus dem Fenster zu werfen. Jede Fehlermeldung lässt die Wut in mir hochkochen, und jede Frage eines Kollegen lässt mich fast platzen.

Aber ich versuche mich zusammenzureissen, versuche weiter zu lächeln, und versuche den Kunden und Kollegen dennoch den bestmöglichen Service zu bieten. Aber ich habe Angst, dass ich nicht mehr lange so stark sein kann. Dass ich zusammen breche, dass ich die Kunden anschreie, die Kollegen verprügel, und den PC tatsächlich aus dem Fenster schmeisse. Wobei zumindest letzterer hätte es verdient….

Ich weiss nichtmal warum es mir so geht, wie es mir grade geht. Die Welt dreht sich genau wie früher. Die Leute machen das gleiche wie immer, und auch ich mache eigentlich nichts anders. Gut, ich schlafe zu wenig. Ich trinke zu viel Kaffee, und denke viel zu viel über das nach, was ich nicht getan, was ich nicht erreicht habe. Dabei sollte ich eher an das denken was ich alles erreicht habe, was ich bisher mit bravour durchgezogen habe. Aber es will nicht recht. Stattdessen sitze ich hier und gebe mich dem „Weltschmerz“ hin. Welt schlecht, und so. Das alte Lied vom fehlenden Selbstbewusstsein und so. Ich weiss es eigentlich besser, und doch Falle ich immer wieder in dieses Loch. Ein bisschen so, als wäre es mein Zuhause. Vertraut, gewohnt, hier kenne ich alles.

Zuhause ist es halt doch am schönsten -.-